„Das Volkslaufbuch“ – wenn ihr schon immer ein mal „einfach so“ laufen wolltet….

Mrz 31, 2016 | 5 von 5, Bücher, Rezensionen | 0 Kommentare

Eine Rezension zu einem Sportbuch zu schreiben, wenn ich schon wieder schwer erkältet auf der Couch liege fühlt sich ein bisschen falsch an. Aber wann hat man sonst schon Zeit, euch ausführlich ein tolles „Sachbuch“ zu empfehlen?

„Das Volkslaufbuch“ ist ein absolutes Must-Have für jeden, der schon immer gerne mit dem laufen anfangen wollte, ohne einen Marathon im Blick zu haben. Einfach nur laufen. Das veranschaulicht „Das Volkslaufbuch“ nicht nur, es macht es auch für jedermann möglich.


Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag. Meine Meinung ist meine eigene und ich bin unbestechlich, also meistens.

„Das Volkslaufbuch“ von Prof. Dr. Ingo Froböse und Ulrike Schöber

„Sportwissenschaftler und Gesundheitsexperte Prof. Dr. Ingo Froböse zeigt, wie man die Freude am Laufen (wieder neu) für sich entdeckt, ganz ohne komplizierte Trainingspläne und ohne dem nächsten Marathon entgegenzuhecheln. Er erklärt, welcher Laufstil und welche Lauf-Technik für wen richtig ist, je nach Erfahrung, Fitness-Niveau und eigenen Vorlieben. Außerdem informiert er darüber, welche Ausrüstung wirklich notwendig ist, welche Trainingsmethoden es gibt, worin deren Vorteile liegen, was man je nach persönlicher Situation und äußeren Gegebenheiten beachten sollte, und was beim Dehnen und bei der Regeneration zählt. In einem abschließenden Kapitel zeigt er, was und vor allem wann Läufer essen sollten und wie die Vorbereitung auf einen Laufwettbewerb aussehen kann.“

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Meine Meinung

Einfach nur Laufen. Für jedermann. Gibt’s nicht? Gibt es jetzt schon. Schon seit einigen Jahren starte ich jedes Jahr im Frühling den Versuch, mit dem Laufen anzufangen. Dass es dabei nicht einfach nur um „Schuhe anziehen und loslaufen“ geht, kann bestimmt jeder nachvollziehen, der genauso unsportlich ist wie ich.

liebeslakritze-dasvolkslaufbuch-laufenIch habe in der Schule den Sportunterricht gehasst. Mittlerweile weiß ich warum, es wurde einfach viel zu wenig erklärt. Man sollte laufen, springen, werfen… etc. ohne große Erklärungen vorab. Ohne Theorie. Und die Lehrer waren dann überrascht, wenn man alles falsch gemacht hat. Ständig wurde man korrigiert, war außer Puste und frustriert und hatte Null Bock.

Genauso ging es mir mit dem Laufen. Ich wäre gerne eine von denen, die lässig durch die Natur joggen. Stress und Fett abbauen und dafür (im Gegensatz zu andere Sportarten) wenig Geld ausgeben. Das Ergebnis war aber immer das gleiche: ich war jedes Mal viel zu schnell unterwegs und nach der Hälfte des Weges wieder außer Puste und frustriert. Ich muss nicht dazu sagen, dass die drei paar Laufschuhe die ich mir mittlerweile schon gekauft hatte meistens nur zu Dekoration im Flur stehen, oder? (Drei paar Schuhe übrigens, weil das Internet ja voller „guter Tipps“ ist, wenn man nur lange genug danach sucht.)

So weit, so traurig. Trotzdem nehme ich es jedes Jahr wieder in Angriff und glaube, dass 2016 dank dem „Volkslaufbuch“ mein Jahr sein könnte. Ich habe jetzt einen knappen Monat Training hinter mir, 3-4 mal die Woche jeweils eine halbe Stunde „Trotting“. „Trotting“ ist „Phase 1“ in dem Volkslaufbuch, für sagen wir mal „besondere Anfänger„, und bezeichnet eine Geschwindigkeit irgendwo zwischen Walken und Joggen. Damit bereitet man nicht nur die Ausdauer auf das eigentliche Laufen vor, sondern auf die Knochen und Muskeln. Als sportlicher Mensch kann man die Phase auch überspringen, aber für mich ist der Einstieg damit perfekt.

Am Montag habe ich es geschafft, im schnellen Tempo 30 Minuten „durchzutrotten“. Was vor 4 Wochen noch absolut unmöglich war, klappt jetzt schon fast ohne außer Puste zu kommen. Das motiviert und macht richtig Lust auf mehr. Ich freue mich schon, endlich in Phase 2 aufzusteigen und richtig laufen zu dürfen. Und das dann auch zu können, ohne direkt wieder frustriert zu werden. Das Buch macht mich optimistisch.

dekust-volkslaufbuch-laufenKennt ihr eigentlich auch die Lauf-Trainingpläne die man Online so für Einsteiger findet? Die wo man 1-Minute Laufen, 2-Minuten gehen oder ähnliches machen soll… quasi immer auf die Uhr gucken muss? Sowas hasse ich ja. Das hat mit Spaß am Laufen wenig zu tun. „Das Volkslaufbuch“ lässt einen selber bestimmen, erklärt, wie man ein Gefühl dafür bekommt und dass Laufen doch bitte Spaß machen soll!

Man muss nur ehrlich mit sich selbst sein, wenn man mit dem Buch arbeitet. Denn eigentlich (und das gefällt mir an dem Buch am Besten), macht Dr. Froböse in dem Buch nur Vorschläge. Es wird viel erklärt, man bekommt viele Möglichkeiten aufgezeigt, egal ob es um Laufschuhe, Lauftempo oder Lauftypen etc… geht. Vor- und Nachteile werden erläutert, aber am Ende darf man selbst entscheiden. Was nach viel trockener Theorie klingt, ist es nicht. Ich habe es gerne gelesen, manches wusste man vielleicht schon, anderes aber nicht. Auch einige Mythen werden aufgelöst. Braucht man wirklich besondere Laufschuhe, wenn man Einsteiger ist? Spoiler: Nein. Das macht den Anblick meiner drei paar teure Markenlaufschuhe umso trauriger.

Mich hat es außerdem gefreut und motiviert, dass die Co-Autorin Ulrike Schöber auch eher Gelegenheitsläuferin ist und am Ende jedes Abschnitts „doofe“ Fragen stellen durfte. Da fühlt man sich direkt selbst weniger doof bzw. allein.

Ihr werdet am Ende wahrscheinlich keinen Marathon laufen, aber falls das euer Ziel ist, ist „das Volkslaufbuch“ auch nicht das richtige Buch für euch. Ich bleibe am Ball und hoffe, bald ins richtige Laufen einsteigen zu dürfen. Falls ihr immer schon mal Laufen wolltet, einfach so, weil es Spaß macht, aber nie motivierende Informationen gefunden habt, besorgt euch unbedingt „Das Volkslaufbuch“. Dann kann 2016 auch euer Jahr werden, in dem ihr das Laufen (neu) lernt.

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Meine Bewertung: 5/5

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