STOP! Ja, du bist gemeint. Du wolltest gerade weiter scrollen, weil es hier um zwei Bücher geht, die Mädchen in Ballkleidern auf dem Cover haben und bei denen sich der Klappentext wie die Serie „Der Bachelor“ anhört. Oder? Ich kann das verstehen, mir ging es da bis vor kurzem noch genau wie dir. Aber ich war ja doch neugierig, was alle an den Büchern so toll finden. Und musste feststellen: „Don’t judge a book by its cover!“ Oder „by its Klappentext“ 😉 Die „Selection“ Reihe kann so viel mehr, als die Verpackung verspricht.

„For thirty-five girls, the Selection is the chance of a lifetime. The opportunity to escape the life laid out for them since birth. To be swept up in a world of glittering gowns and priceless jewels. To live in a palace and compete for the heart of gorgeous Prince Maxon.“

„Die Chance ihres Lebens? 35 perfekte Mädchen – und eine von ihnen wird erwählt. Sie wird Prinz Maxon, den Thronfolger des Staates Illeá, heiraten. Für die hübsche America Singer ist das die Chance aus einer niedrigen Kaste in die oberste Schicht der Gesellschaft aufzusteigen und damit ihre Familie aus der Armut zu befreien. Doch zu welchem Preis? Will sie vor den Augen des ganzen Landes mit den anderen Mädchen um die Gunst des Prinzen konkurrieren, den sie gar nicht begehrt? Und will sie auf Aspen verzichten, ihre heimliche große Liebe?“

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„Of all our country’s great traditions, perhaps none is looked upon with such excitement as the Selection. Created specifically to bring joy to a saddened nation, it seems everyone still gets a little giddy watching the great love story of a prince and his future princess unfold.“

Weil ich nicht so richtig weiß, wie ich anfangen soll, nehme ich erst Mal den doofen Klappentext auseinander. Der spielt nämlich leider nur auf die „Castingshow“ an. Klar, fängt damit alles an. Aber wichtig ist eigentlich, dass es keine „Spaßshow“ à la Bachelor ist. Nein. Prinz Maxon hat keine Langeweile und Lust auf eine Frau. Er hat eigentlich ein Land zu regieren, Friedensverträge auszuhandeln und eine Rebellion in seinen eigenen Reihen unter Kontrolle zu halten. Das Schloss, in dem die Selection statt findet, steht ständig unter Beschuss und wird mehr als ein Mal von Rebellen überrannt. Eine Rebellenfraktion will das Königshaus stürzen und alle töten die ihnen im Weg stehen. Die andere Rebellenfraktion stellt regelmäßig das ganze Schloss auf den Kopf auf der Suche nach… ja, nach was eigentlich?

Ich finde die politischen Aspekte, die Verhandlungen und die Rebellen machen mit die besten Teile der Geschichte aus, sowohl in „Selection“ als auch in „Elite“. Ich hätte mir nur noch sehr viel mehr davon gewünscht, vielleicht kommt das in den Folgebänden ja noch? Denn genau diese Realität im Königshaus macht die Selection erst spannend.
„Time. I was asking for a lot of it these days. I hoped that if I had enough, everything would somehow fall into place.“
35 Mädchen aus verschiedenen Kasten werden in dieses Leben geworfen, manche mehr, manche weniger vorbereitet. Sie müssen sich mit anderen Ländern auseinandersetzen, mit den Rebellen, mit der Geschichte des Landes und des Krieges. Es ist nicht alles nur Ballkleider, Tänze und Turtelleien, Friede, Freude, Eierkuchen… wie Cover und Klappentext vermuten lassen.

Aber, wie meistens in Jugendbüchern gibt es leider ein Beziehungsdreieck („Love Triangle„, wie übersetzt ihr das?) und ich muss zugeben: es ist das erste Jugendbuch wo, meiner Meinung nach, dieses Dreieck absolut Garnichts zur Geschichte beiträgt. Aspen, America Singers „heimliche große Liebe“ mag vor ihrer Abreise noch ganz lieb und nett zu lesen sein und dies Beziehung zu einer niederiegeren Kaste erklärt später einige ihrer Handlungen. Aber dass Aspen dann plötzlich wieder auftaucht ist unnötig und unsinnig. Er ist kein Konkurrent für Maxon, nicht wirklich, und Americas Gefühle niedrigeren Kasten gegenüber werden viel deutlicher durch ihre Dienstmädchen als durch ihn. Auch das Vertrauen bzw. der Zwiespalt zwischen Maxon und America wird durch Aspen nicht beeinflusst. Meiner Meinung nach ist Aspen das beste Beispiel dafür, dass Dreickbeziehungen in Jugendbüchern schon so zur Pflicht geworden sind, dass man sie einbaut nur damit sie da sind. Und das ist unnötig und nervig.

Viel lieber hätte ich noch mehr von der Welt gesehen. Das Kastensystem fand ich super spannend und hoffe dass es noch mehr erklärt oder gezeigt wird. Auch hätte ich die Geschichte gerne aus Rebellensicht gelesen: warum wird rebelliert? Wie wohnen und organisieren sich die Rebellen? Und was wollen sie eigentlich genau? Und Maxon und seine Familie… ich hoffe wir lernen sie ein bisschen besser kennen in den nächsten Teilen. Aber mich hätte schon interessiert, was da hinter den verschlossenen Türen los ist (wer „Elite“ gelesen hat, weiß bestimmt was ich meine)

“And to inflict upon you the shame and pain you have brought on His Majesty, you will be publicly caned with fifteen strikes. May your scars remind you of your many sins!”

Wenn man über die Schwächen (und vor allem das Beziehungsdreieck) hinwegsieht (oder die Passagen querliest, denn vertraut mir: man verpasst nichts wichtiges) ist der Rest der Geschichte ganz für sich alleine ein Jugendbuch dass jeder lesen sollte.

„“It’s the most wonderful and terrible thing that can ever happen to you,” she said simply. “You know that you’ve found something amazing, and you want to hold on to it forever; and every second after you have it, you fear the moment you might lose it.” I sighed softly. She was absolutely right. Love is beautiful fear.“

Kiera Cass Schreibstill macht es einem leicht, ein Buch an einem Tag zu verschlingen und direkt das nächste Buch nachschieben zu wollen. Die Welt die sie erschaffen hat ist interessant; die geschichtlichen Hintergründe scheinen teilweise so real, dass man etwas Angst vor unserer eigenen Zukunft bekommen kann. Und die Protagonisten lassen einen nicht mehr los, egal ob sie eine kleine oder große Rolle in der Geschichte spielen. Was will man mehr?

Mehr als ein Mal hätte ich das Buch gerne an die Wand geworfen, so ging es mir zu Herzen. Lasst euch nicht wie ich von dem Cover etc… abschrecken. Ich hasse mich schon dafür, dass die Bücher so lange bei mir gesubt haben. Also los, los, los und lesen!

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Meine Bewertung: 4/5

„The Selection began with thirty-five girls.
Now with the group narrowed down to the six Elite, the competition to win Prince Maxon’s heart is fiercer than ever—and America is still struggling to decide where her heart truly lies. Is it with Maxon, who could make her life a fairy tale? Or with her first love, Aspen?“

„Von den 35 Mädchen, die um die Gunst von Prinz Maxon und die Krone von Illeá kämpfen, sind mittlerweile nur noch 6 übrig. America ist eine von ihnen, und sie ist hin- und hergerissen: Gehört ihr Herz nicht immer noch ihrer großen Liebe Aspen? Aber warum hat sich dann der charmante, gefühlvolle Prinz hineingeschlichen? America muss die schwerste Entscheidung ihres Lebens treffen. Doch dann kommt es zu einem schrecklichen Vorfall, der alles ändert.“

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short & sweet – my opinion on and in the language of the book (english):

I really enjoyed the Selection and the Elite. I didn’t expect them to be as good as they were, and to go really deep into the kingdom and the burdens of running a kingdom. Honestly, from the cover and the premise I thought this was going to be all fancy dresses and flirting. I expected a really pretentious prince and stupid annoying girls competing in a „Bachelor“ type competition.

Instead, I fell in love with Prince Maxon and got completely caught up in the competition, the world building and the kingdom. (Well: I got the love triangle that I expected, but I am just going to ignore that, since the book’s plot totally ignored Aspen as well…)

All that teaches us, in case we (aka I) didn’t know that by now: never ever judge a book by its cover. Or: Dear publishers, stop selling books as “girlish” books, when they are so, so much more than that. I gave both books 4 out of 5 stars, and can’t wait to continue with the series.

The language of the Selection books is very easy to read. I think you’ll be fine even if you haven’t read a text in English for a while. Only a few words to do with the kingdom will be new and you might have to look them up, but they are not important to follow the story.
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