Expedition durch mein Bücherregal | Kleine Rezensionen für Zwischendurch

Sep 5, 2017 | 2 von 5, 3 von 5, 4 von 5, 5 von 5, Bücher, Rezensionen | 0 Kommentare

Ich habe vor kurzem die Kategorien auf dem Blog aufgeräumt und dabei festgestellt, dass ich seit Januar diesen Jahres hier nicht mehr über Bücher gesprochen habe. So richtig viel gelesen habe ich dieses Jahr auch nicht – meine GoodReads Challenge reibt mir immer wieder unter die Nase, dass ich über 20 Bücher im Rückstand bin.

Aber der August war ein guter Lesemonat und ich glaube, ich habe die doofe Leseflaute endlich besiegt (*klopft drei Mal auf Holz*). Deswegen habe ich euch heute ein paar kurze Rezensionen mitgebracht – ein bunt gemischter Rückblick auf meine bisher gelesenen Bücher aus 2017.

„Illuminae“ von Amie Kaufman und Jay Kristoff ☆☆☆☆

» Heute Morgen noch dachte Kady, das Schlimmste, was ihr bevorsteht, ist die Trennung von ihrem Freund Ezra. Am Nachmittag dann wird ihr Planet angegriffen. 

Rezensionen - Illuminae von Amie Kaufman und Jay Kristoff

Nachdem das Buch über ein Jahr auf meine SuB geschlafen hat, habe ich es ganz knapp doch noch geschafft, es vor der deutschen Veröffentlichung zu lesen. Es hat mir zwar sehr gut gefallen – aber ich habe es leider nicht so geliebt wie ganz viele Booktuber und Buchblogger vor mir. 

Der Hype um die „Illuminae Akten“ ist aber für die Aufmachung auf jeden Fall gerechtfertigt. Man meint nicht nur, echte Fallakten zu lesen, es sieht auch noch alles sehr realistisch aus. Manches wirkt sogar wie schlecht kopierte Akten. 😉 Illuminae ist definitiv ein Hingucker und auch die Handlung wird man so kaum ein zweites Mal finden. Wie soll ich es erklären ohne zu spoilern? Sagen wir mal so, die dritte „Hauptperson“ ist etwas ganz, ganz besonderes

Stellenweise war es etwas langatmig und man muss mit einigem Teenager Geschmachte & Geschwafel mitten in einer Schlacht auskommen, aber am Ende ist es ein sehr unterhaltsames Science Fiction Abenteuer im besonderen Format. Ich freu mich schon auf Teil 2, während ihr ab 13. Oktober den ersten Teil in der deutschen Übersetzung verschlingen könnt.

„I had no idea how safe I was, because I’d never been unsafe. I took it all for granted. The constant and comforting static of the universe.“

„13 Reasons Why – Tote Mädchen lügen nicht“ von Jay Asher ☆☆

» Als Clay Jensen aus der Schule nach Hause kommt, findet er ein Päckchen mit 13 Kassetten vor. Er legt die erste in einen alten Kassettenrekorder, drückt auf „Play“ – und hört die Stimme von Hannah Baker. […] Hannah, die sich vor zwei Wochen umgebracht hat.

Rezensionen - Tote Mädchen lügen nicht - Jay Asher

In diesem Jahr wohl die am meisten diskutierte Netflix Serie weltweit. Und das, obwohl sowohl Buch als auch Serie mich wenig begeistern oder beeindrucken konnten. Oder vielleicht gerade deswegen? Darf ein Buch, das so ein empfindliches Thema behandelt, schlecht geschrieben worden sein?

Das ist wohl eine Diskussion für einen anderen Tag. Ich bin mal wieder dem Hype gefolgt und wollte das Buch unbedingt lesen, bevor die Serie auf Netflix rauskam. Von der Serie habe ich nur drei Folgen gesehen und bin wenig am weitergucken interessiert. Beim Buch ging es mir schon nach 2 – 3 Kapiteln genauso, nur die Frage, was denn nun auf Clays Kassette ist, hat mich weiterlesen lassen (und die geringe Seitenzahl).

Es hat sich nicht gelohnt. Vielleicht bin ich zu alt geworden für YA und die Highschool Themen, die das Mädchen in „Tote Mädchen lügen nicht“ beschäftigen. Vielleicht konnte sich ein erwachsener männlicher Autor aber auch nicht richtig in die Situation hineinversetzen und konnte es so nicht richtig rüberbringen. 

Wie dem auch sei, meiner Meinung nach lohnt sich weder Buch, noch Serie. Es gibt bestimmt bessere Bücher, die sich mit dem dennoch sehr wichtigen Thema auseinandersetzen.

„Wer traut sich zu testen, ob das Ganze nur ein Bluff ist?“

„The Sacrifice of Sunshine Girl“ by Paige McKenzie ☆☆☆☆

» Sunshine Griffin ist keine normale Siebzehnjährige. Sie ist eine Luiseach, ein Mensch, der Geister und Dämonen sehen und mit ihnen kommunizieren kann. Und der Geistern dabei helfen kann, ins Jenseits weiterzuziehen.

Es ist kein Geheimnis, dass ich ein Fan von Paige McKenzie und ihrem „The Haunting of Sunshine Girl“ Kanal auf YouTube bin. Geistergeschichten sind einfach meins, und ihr erstes Buch „The Haunting of Sunshine Girl“ ist eines meiner Lieblingsbücher, das ich immer & immer wieder lesen könnte.

Nachdem für mich Buch #2 „The Awakening of Sunshine Girl“ eine kleine Enttäuschung war, konnte das große Finale „The Sacrifice of Sunshine Girl“ mich dann doch wieder begeistern. Es bedient zwar immer noch sehr zwanghaft einige Young Adult Klischees, dafür rückt aber die eigentliche Handlung rund um (bzw. der Kampf gegen) Geister und Dämonen wieder mehr in den Vordergrund. 

Der große Showdown am Ende hat dann einfach wieder richtig viel Spaß gemacht, und Lust, die Reihe gleich wieder von vorne zu beginnen.

Rezensionen - The Sacrifice of Sunshine Girl - Paige McKenzie
„I’m often haunted by what should be normal in this world and how the darkness has turned all that upside down.“

„Murder Park“ von Jonas Winner ☆☆

» Zodiac Island vor der Ostküste der USA: ein beliebter Freizeitpark – bis dort ein Serienmörder drei junge Frauen auf bestialische Weise tötet. 20 Jahre später: Die Insel soll zur Heimat werden für den Murder Park – eine Vergnügungsstätte, die mit unseren Ängsten spielt.

Rezensionen - Murder Park von Jonas Winner

„Murder Park“ hatte so viel Potenzial – eine einsame Insel, ein verlassener Vergnügungspark, diverse Serienmörder, ein Fernsehteam – alleine die Kombination aus diesen Dingen müsste einen soliden Thriller ergeben. Aber nicht, wenn der falsche Autor mitmischt.

Leider könnte ich eine lange Liste machen, was mir an „Murder Park“ alles nicht gefallen hat: Zu viele Figuren die sich zu ähnlich sind. Anstatt Atmosphäre aufzubauen arbeitet der Autor eine To Do Liste ab: jeweils abwechselnd ein Zwischenfall / Mord, der auf 1-2 Seiten schnell abgehandelt wird – und dann viel Gequatsche darüber in den 20-30 Seiten dazwischen. Mir hat fast nur die Backstory so wirklich gut gefallen, aber für eine gute Idee vergebe ich normalerweise trotzdem 3 Sterne.

Nochmal einen Stern Abzug gab es dann aber, weil ich mir am Ende richtig verar…t veräppelt vorkam als Leser. Ich will euch nicht spoilern, aber wie der Autor die Story am Ende nochmal um 360° dreht und man das Buch quasi umsonst gelesen hat… so nervig! So eine Zeitverschwendung!

„Still Alice – Mein Leben ohne gestern“ von Lisa Genova ☆☆☆☆☆

» Als Alice erfährt, dass sie an der Alzheimer-Krankheit leidet, kann sie es erst gar nicht fassen. Sie ist doch erst fünfzig! Machtlos muss sie dabei zusehen, wie die Erinnerungen ihr mehr und mehr entgleiten.

„Still Alice“ hatte ich als Blind Date gekauft – ich wusste also gar nicht so richtig auf was ich mich da einlasse und dachte es wäre langweilige Erwachsenenliteratur die mich nicht so richtig ansprechen wird. Weit gefehlt!

Mich hat das Schicksal von Alice richtig berührt und ich habe von Seite zu Seite mit ihr mitgelitten, bei jedem Arztbesuch die Daumen gedrückt, dass sie sich an bestimmte Dinge doch noch erinnert… man fängt sogar an, dem Buch Dinge entgegen zu brüllen, weil man Alice helfen will sich zu erinnern. Man fühlt sich als Leser so richtig machtlos, wie Alice. Selten hat mich ein Buch so viel zum Nachdenken gebracht. 

Jeder sollte dieses Buch lesen, man sieht die Welt danach mit ganz anderen Augen – sowohl die Welt von Demenzkranken, als auch die eigene Welt. Denn was wäre wenn man selber plötzlich keine Erinnerungen mehr hätte? Oder wie gehen wir mit Menschen um, die Dinge vergessen? Ein wichtiges Thema, welches ich so nie wirklich auf dem Schirm hatte.

p.s. Ich habe nach dem Lesen den Film gesehen und fand die Umsetzung sehr schlecht. Die meisten Szenen / Dinge, wegen denen man so richtig Mitgefühl für Alice entwickelt, fehlen im Film. 

Rezensionen - Still Alice - Lisa Genova
„»Sie selbst sind vielleicht nicht die zuverlässigste Quelle für das, was passiert ist.« Vielleicht nicht, aber andererseits konnte sie sich immer noch erinnern, dass er das gesagt hatte.“

„Siege and Storm – The Grisha #2“ by Leigh Bardugo ☆☆☆

» Nur weg aus Rawka – das ist Alinas und Mals einziger Gedanke nach dem furchtbaren Kampf gegen den Dunklen. Doch selbst an ihrem Zufluchtsort erreichen sie die Gerüchte: Der Dunkle habe das Gefecht auf der Schattenflur überlebt und strebe nach dem Zarenthron. Und er wird nicht ruhen, bis er Alina gefunden hat.

Rezensionen - Siege and Storm - Leigh Bardugo -  Grisha 2

Deutsch: Eisige Wellen – Grischa #2

Der zweite Teil der Grischa Trilogie war leider ein sehr typischer zweiter Teil. D.h. man kommt schlecht rein, wegen der vielen Figuren und „Fremdwörter“ an die man sich nicht mehr erinnert und die ersten 30% holpert und stolpert man von Szene zu Szene. Ab dann geht es in „Siege & Storm“ aber steil bergauf, der Darkling ist wieder in Topform zurück und die neue Figur, Piratenkapitän Sturmhound, macht einfach Spaß.

Was mich an der Grischa Trilogie so fasziniert, ist dass fast alle Figuren eine helle und eine dunkle Seite haben – sogar der „Bösewicht“ wirkt „rund“, man kann fast Mitleid mit ihm haben. Dass das nur nicht auf die Protagonistin Alena zutrifft ist nervig aber verschmerzbar, denn die anderen Figuren machen das wieder weg. Ich freu mich schon wieder auf Teil 3 – hoffentlich wird die Rückkehr in die Geschichte dann nicht so holprig.

„The boy and the girl had once dreamed of ships, long ago, before they’d ever seen the True Sea.“

„American Gods“ von Neil Gaiman ☆☆☆

» Als Shadow aus dem Gefängnis entlassen wird, ist nichts mehr wie zuvor. Seine Frau wurde getötet, und ein mysteriöser Fremder bietet ihm einen Job an. Er nennt sich Mr. Wednesday und weiß ungewöhnlich viel über Shadow. Er behauptet, ein Sturm ziehe auf,…

Rezensionen - American Gods - Neil Gaiman

Was für eine seltsame Achterbahnfahrt war das denn bitte? Ich habe bs jetzt, drei Monate später, noch nicht ganz begriffen um was es in „American Gods“ wirklich ging, geschweige denn was in dem Buch alles passiert ist. Meiner Meinung nach ist es absolut kein typischer Gaiman, mit Neil Gaiman verbinde ich eher märchenhafte Erzählungen, als… was auch immer American Gods ist oder sein will.

Manche Leute werden dieses Buch lieben, gerade weil es so strange ist. Für mich war es eher nichts. Unterhalten hat es mich aber trotzdem. Auch wenn ich nicht ganz verstehe wie oder wieso. 

„He wondered whether home was a thing that happened to a place after a while, or if it was something that you found in the end, if you simply walked and waited and willed it long enough.“

„The Demonologists: The Extraordinary Career of Ed & Lorraine Warren“ by Gerald Brittle ☆☆☆☆

» Ed and Lorraine Warren are considered America’s foremost experts on demonology and exorcism. With thousands of investigations to their credit, they reveal what actually breaks the peace in haunted houses and how it can happen to you.

Ed und Lorraine Warren sind euch vielleicht aus den zwei „The Conjuring“ Filmen ein Begriff. Ich bin nicht nur ein Fan von gut gemachten Horror/Poltergeist Filmen, sondern auch von TV Serien wie „Ghost Hunters“ – ich finde Geschichten von Geistern und Dämonen einfach interessant und vor allem unterhaltsam.

Deswegen habe ich mich von „The Demonologists“ auch sehr gut unterhalten gefühlt. Es ist kein richtiges Sachbuch aber auch keine Biografie, es geht einfach um die Arbeit der beiden „Dämonologen“ und um die Geschichten hinter den Gruselgeschichten, z.B. vom „Amityville Horror“. Man lernt die Familie und die Hintergründe kennen, dabei wirkt nichts künstlich aufgebauscht, es werden keine Predigten gehalten und es wird auch nicht versucht, skeptische Leser von irgendwas zu überzeugen.

Ob man die Geschichten ernst nehmen will oder nicht ist und bleibt jedem selbst überlassen. Für mich war „The Demonologists“ einfach eine gruselige Kurzgeschichtensammlung. Für Fans der Filme oder von Horrorgeschichten absolut lesenswert.

Rezensionen - The Demonologist
„I’ll show you things that go on in this world you wouldn’t believe could happen.“

„Der Nebel“ von Stephen King ☆☆☆☆☆

» Nach einem schweren Sturm machen David und sein Sohn Billy Besorgungen im Supermarkt. Auf einmal zieht ein unheimlicher Nebel auf, und sie sind mit anderen Einheimischen im Laden gefangen. Unheimliche Wesen lauern draußen in den wabernden Schwaden.

Rezensionen - Der Nebel - Stephen King

Ich wollte unbedingt die Kurzgeschichte lesen, bevor ich auf Netflix die Serie schaue. Gesagt, getan. Nur um dann festzustellen, dass in der Serie kaum etwas von der Kurzgeschichte übrig bleibt – Figuren und Setting sind ganz anders, es scheint fast nur der Nebel übernommen worden zu sein. Zwei Folgen habe ich bis jetzt schon gesehen und finde die Serie ganz okay – die Erzählung von Stephen King ist aber um Längen besser.

Hat man erst einmal angefangen, kann man das Buch kaum noch aus der Hand legen. Die kleine Familie die im Mittelpunkt der Kurzgeschichte steht wächst einem richtig ans Herz und auch der Rest der Kleinstadt ist ein liebenswerter, verrückter Haufen. 

Mein Problem mit Stephen King sind meistens die Längen in seinen Büchern, wenn er anfängt langwierig und langweilig von der Geschichte abzuschweifen. Das macht er in einer Kurzgeschichte nicht, auf den paar Seiten hat er da gar keine Chance dazu. „Der Nebel“ ist von Anfang bis Ende spannend, 100% purer Horror.

„Wir beobachten, wie der Nebel sie einhüllte und substanzlos machte – sie war kein menschliches Wesen mehr, sondern nur noch die Bleistiftskizze eines menschlichen Wesens, gezeichnet auf dem weißesten Papier der Welt – und niemand sagte ein Wort.“

„Ich bin die Nacht“ von Ethan Cross ☆☆

» Mein Name ist Francis Ackerman junior. Ich bin das, was man gemeinhin einen Serienkiller nennt. Doch ich töte nicht wahllos, und jedes meiner Opfer bekommt eine faire Chance, denn ich fordere es zu einem Spiel heraus.

Rezensionen - Ich bin die Nacht - Ethan Cross

Seit März habe ich mit „Ich bin die Nacht“ gekämpft. Der Serienkiller Francis Ackerman junior hat mich immer wieder zum Buch zurückehren lassen, seine Art war echt faszinierend und jedes Kapitel mit ihm habe ich „genossen“, wenn man das so sagen kann. Nur leider gab es davon nicht sehr viele und im Mittelpunkt steht eher ein ehemaliger Ermittler und irgendeine Mafia Geschichte bzw. eben auch keine Mafia Geschichte. Denn wie bei „Murder Park“ wird man hier als Leser ganz schön hinters Licht geführt und kommt sich nach dem Lesen ganz schön dumm vor, und das nicht auf irgendeine gute Art.

Schade, denn der Serienmörder hatte so viel Potenzial. Da es in den folgenden Bänden aber noch weniger um Francis Ackerman junior gehen wird, werde ich die Reihe wohl erstmal nicht weiterlesen. Der Kampf mit dem Buch lohnt sich nicht, nur um am Ende veräppelt zu werden.

„Gute Vorsätze waren wie ein rutschiger Abhang, auf dem man leicht ausgleiten konnte. Die Straße zur Hölle war mit guten Absichten gepflastert.“

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