2012 war der 100. Jahrestag des Titanic Unglücks. Dazu erschein das Buch „Titanic: Das Schiff, der Untergang, die Legenden“ von Linda Maria Koldau, und hier ist meine Rezension aus 2012 dazu.

„Titanic: Das Schiff, der Untergang, die Legenden“ von Linda Maria Koldau

"buchhandel.de/„Linda Maria Koldau rollt in ihrem glänzend geschriebenen Buch den Fall „Titanic“ neu auf. Sie erklärt anschaulich, was wir über den Luxusdampfer, seine Passagiere, die Umstände des Untergangs und das Wrack wissen und macht deutlich, warum die Katastrophe so viele anrührende Geschichten rund um Liebe und Tod hervorgebracht hat.

Montag, 15. April 1912, 2 Uhr 18: Die Titanic zerbricht drei Stunden nach der Kollision mit einem Eisberg und sinkt. Nur rund 700 der 2200 Passagiere überleben. Die Umstände der Katastrophe werden aus Haftungsgründen verschleiert, Legenden überdecken schnell das wahre Geschehen. Linda Maria Koldau hat die Dokumente über den Untergang neu gesichtet. Sie versteht es meisterhaft, die letzten Stunden auf dem schwimmenden Luxushotel lebendig werden zu lassen und dabei zu zeigen, welche realen Anknüpfungspunkte die Legenden, Filme und Romane über das Unglück genutzt haben. So entsteht über den Tatsachenbericht hinaus eine eindrucksvolle Kulturgeschichte der Schifffahrtskatastrophe, die bis in unsere Gegenwart reicht.“

Die Opfer sind die Märtyrer, die Überlebenden die Heiligen, Lords Buch ist die Bibel, die historischen Orte sind Pilgerstätten – und das Wrack ist der nahezu unerreichbare Tempel.

Die Titanic Katastrophe jährt sich diesen 15. April zum 100. Mal. 100 Jahre, und das Schiff, die Katastrophe und die Menschen ziehen immer noch so viel Aufmerksamkeit auf sich wie damals.

Ein Beweis dafür ist das Buch „Titanic: Das Schiff, der Untergang, die Legenden“ von Linda Maria Koldau. Es ist das erste Titanic Buch einer deutschen Autorin das ich gelesen habe, aber auf keinen Fall mein erstes Titanic Buch. Deswegen war ich auch mehr als überrascht, dass in diesem Buch doch noch einige Fakten vorkamen, die ich so noch nie gelesen hatte.

Besonders interessant wird es, wenn es um die Schuldfrage geht. Schließlich denkt jeder, dass so viele Menschen gestorben sind, weil nicht genügend Rettungsboote an Bord der Titanic waren. Aber wäre denn wirklich die Zeit gewesen, alle Rettungsboote voll zu besetzen und abzulassen? Wenn ihr darüber mehr erfahren wollt, müsst ihr Frau Koldaus Buch zur Hand nehmen.

Leider zitierte die Autorin aber auch viel von sehr bekannten Büchern, wie u. a. Lawrence Beesleys Augenzeugenberichten, was das Buch für alt eingelesene Titanic „Faszinierte“ wie mich an manchen Stellen etwas langatmig machte. Dies ist jedoch aber auch der einzige Punkt, weswegen ich einen Stern abziehe.

Linda Maria Koldau ist es gelungen, ein tolles „All-Round Werk“ für Titanic Einsteiger zu schaffen. Sie schneidet alle wichtige Themen an und berichtet über alle Tatsachen aus allen denkbaren Blickwinkeln. Als deutsche ist sie dabei völlig unvoreingenommen, nicht so wie die diversen Bücher der Amerikaner oder Engländer die bei den jeweils anderen die Schuld suchen. Genau durch diese Unvoreingenommenheit erfährt man in „Titanic: Das Schiff, der Untergang, die Legenden“ einiges, was man in anderen Büchern nicht findet.

Frau Koldaus Schreibstill liest sich dabei sehr einfach und flüssig, was meiner Meinung nach bei einem Sachbuch sehr wichtig ist. Manchmal verliert man sich auch so tief in der Geschichte der Mannschaft und der Passagiere, dass man ganz vergisst, dass man gerade ein Sachbuch in den Händen hält.

Die vielen Abbildungen und Karten runden das ganze Werk dann auch noch ab, sodass ich wirklich jedem, der sich mit dem Mythos Titanic auseinandersetzen will, dieses Buch empfehlen würde.

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