Meine letzte Wanderung mit 25 Jahren | Traumschleife Wolfsweg

Aug 15, 2017 | Traumschleifen, Unterwegs, Wandern | 0 Kommentare

Für meinen Geburtstag hatten wir uns dieses Jahr einen Tag Urlaub genommen und uns stand somit ein verlängertes Wochenende bevor. Eins war klar: ich wollte bevor ich 26 Jahre alt werde nochmal wandern gehen. Und weil es mein Geburtstag ist, sollte es eine besondere Wanderung sein. Und „besonders“ bedeutet bei mir „was mit Wölfen“. Es musste die Traumschleife Wolfsweg sein. Die 10 Kilometer schaffen wir schon irgendwie, hauptsache Wölfe!

Zum Geburtstag hatte ich mir vorab einen kleinen Onlinekurs zur Fotografie gegönnt, der aber irgendwie überhaupt nicht geholfen hat. Also nicht so richtig. Ich war anfangs hochmotiviert und wollte alle Einstellungen auf einmal ausprobieren, was irgendwie dazu führte dass überhaupt nichts mehr geklappt hat und alle Fotos unterschiedlich aussehen. Das ist für so einen Blogbeitrag ziemlicher Mist und überhaupt… naja.

Einen Tag später (also zum tatsächlichen Geburtstag) habe ich ein Buch geschenkt bekommen wo es speziell um Landschaftsfotografie geht, geschrieben von einem wandernden Blogger… ihr werdet dann hier bald sehen, ob Stephan Wiesner mir mehr helfen konnte. An dieser Stelle entschuldige ich mich einfach erstmal für das Bilderchaos hier am Anfang und gelobe baldige Besserung! 🙂

Den Anfang der Traumschleife kann ich als Fan des Wolfsparks in Merzig einfach nur loben. Der Wolfspark ist gut ausgeschilder und der Parkplatz ist riesig. Meine Empfehlung: erwartet nicht, Wölfe zu sehen wenn ihr an einem Tag im Hochsommer hier herkommt. Egal ob Polarwolf oder Timberwolf, den Tieren ist es auch einfach zu warm an solchen Tagen und die verstecken sich irgendwo, wo man sie nicht sieht. Am meisten Glück hatten wir bis jetzt im Winter bzw. einfach an Tagen wenn es nicht super heiß ist.

An diesem Tag war es heiß, weswegen wir am Start leider keinen einzigen Wolf zu Gesicht bekamen. (Spoiler: am Ende hatten ein paar dann doch Mitleid mit mir Geburtstagskind 😉 ). Den Wolfspark verläst man leider relativ schnell und folgt der Beschilderung in den tiefen dunklen Wald.

Ob wir im oder gegen den Uhrzeigersinn gelaufen sind? Keine Ahnung. Leider fehlte auch hier ein Traumschleifen „Eingangstor“ mit Flyern, daran hatte ich mich schon so gewöhnt aber anscheinend gibt es die gar nicht überall?

Aber ein Pärchen dass uns zweimal entgegen kam, also in die entgegengesetzte Richtung unterwegs war, sah immer genauso erschöpft aus wie wir. Es scheint also in beide Richtungen ganz schön anstrengend bergauf und bergab zu gehen.

Ich kam, mal wieder, mit den Steigungen gar nicht zu recht. Dabei sollte man meinen, mittlerweile hätte ich ein bisschen Übung und ein bisschen mehr Ausdauer. Mir wird aber leider jedes mal relativ schnell schwindelig, wahrscheinlich will ich einfach zu viel zu schnell und sollte mich etwas zurücknehmen… egal, öfter Pause machen hat ja noch nie jemandem geschadet, glaube ich. Irgendwann wird das schon besser werden, die Hoffnung stirbt zuletzt.

Apropos Pause machen: Die Traumschleife Wolfsweg hatte bis jetzt den schönsten Aussichtspunkt zum Pause machen von allen Traumschleifen. Nicht wegen der Aussicht, eigentlich sieht man nicht wirklich viel. Aber man sitzt am höchsten Punkt des Weges auf einer schönen Wiese, neben einem Maisfeld. Wenn dann noch die Sonne scheint und der Himmel blau ist, ist einfach alles gut und die Anstrengung vergessen.

Irgendwie hab ich kein tolles Foto von der Bank, aber am Ende dieses Weges auf diesem Hügel unter dem blauen Himmel könnt ihr euch die bestimmt gut vorstellen. 🙂 Wir haben uns direkt vorgenommen, mal nochmal zum ausgiebigen Picknick mit einem Buch herzukommen, so schön war es hier oben.

Solltet ihr das Picknick vergessen haben, keine Panik! Keine 500 Meter weiter trifft man auf unser zweites Highlight des Wolfsweges: eine große Apfelplantage. (Sagt man in Deutschland dazu überhaupt Plantage?) Wir konnten erst unseren Augen kaum trauen, dass der Wanderweg hier mitten durchführt – und dann waren die Äpfel auch noch sau lecker, also wenn man sauere Dinge mag. Ich liebe das ja. 🙂

Soo ein leckerer und einmalig schöner Streckenabschnitt. Für den Picknickplatz und die Äpfel allein bekäme der Wolfsweg von mir schon viele Erlebnispunkte.

Darauf folgte aber direkt noch ein Highlight: die erste Wolfsbegegnung! Also so richtig, Gesicht zu Gesicht, Auge in Auge. 🙂

Etwas Gutes hatte es aber, dass ich von dem Fotografie Online Kurs motiviert war: ich habe mich beim Fotografieren etwas länger und intensiver mit den kleineren Dingen beschäftigt. Dabei ist zwar immer meine Wanderbegleitung verschwunden – denn während ich mich auf den Boden kniete war er schon 500 Meter weiter gelaufen – aber dafür habe ich ein paar faszinierende Bilder mit nach Hause genommen, von den kleinen Dingen. 🙂

Die Schnecke hing vor dem Garten der Sinne herum. Als der Wanderweg daran vorbei und dann aber direkt vom Eingang des Gartens wegführte, war ich mal wieder ein bisschen enttäuscht. Es war nicht so schlimm, wie die Ruine der Grimmburg komplett zu verpassen, weil der Wolfsweg an sich sehr schön und Erlebnisreich ist.

Aber so langsam lerne ich, dass die Traumschleifen nicht unbedingt an den Highlights der Region entlangführen, sondern einen nur in die Nähe führen. In Zukunft werde ich also mehr Zeit (und mehr Kilometer) einplanen, zum Erkunden von Orten in der Nähe. Auf jeden Fall: gut zu wissen…

Der Rest der Traumschleife führte wieder zurück in den Wald, an Maisfelder vorbei (wer findet Mais noch so faszinierend wie ich?) und größtenteils bergab. Die zweite Holzbank mit einem geschnitzten Wolf konnte ich nicht fotografieren, weil sich das Pärchen das in entgegengesetzter Richtung unterwegs war, gerade schnaufend von einem steilen Aufstieg erholte. Da wollte ich nicht stören. 😉

Aber ich muss eigentlich still sein, also von wegen Aufstieg und schnaufen und so… Denn das letzte Stück bergauf der Traumschleife Wolfsweg ist schuld, dass hier jetzt nur noch Bilder von Wölfen kommen und keine mehr aus dem Wald. Ich war am schnaufen, mir war schwindelig, es war anstrengend genug ohne zwischendurch auch noch Bilder zu machen.

Einzig das Wolfsheulen, das hier schon zu hören war, trieb mich an. Es fühlt sich an, als wollte das Rudel mich anfeuern. Das war das einzige was mich nach 10 Kilometern noch ins Ziel getragen hat. Danke ihr tollen Wölfe. 🙂

Wahrscheinlich war die Anstrengung aber daran schuld, dass ich den Fokus an der Kamera nicht mehr in den Griff bekommen habe. Die doofe DSLR wollte einfach nicht mehr ohne den Zaun scharfstellen. Auch gut. Wir kommen einfach wieder und beim nächsten Mal gibt es schönere Fotos. Versprochen! 🙂

Meine Traumschleifen Stempel und mehr Traumschleifen Berichte findet ihr
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