„Entspannte Wandertouren in den Bayerischen Alpen“ von Simon Auer

Mai 22, 2015 | 5 von 5, Bücher, Rezensionen, Unterwegs, Wandern | 0 Kommentare

„50 wirklich leichte Bergtouren zwischen Königssee und Neuschwanstein für Spätaufsteher, Familien, Einsteiger und Senioren

Wunderbare Naturerlebnisse in den Bergen können nicht nur Sportbegeisterte genießen, sondern auch alle, die sich ohne Anstrengung die herrliche Bergwelt erschließen wollen. Auf diesen 50 Touren lässt man schweißgetränkte Sportwanderer ganz lässig mit der Seilbahn hinter sich. Noch mittags können Sie zu einer aussichtsreichen Kurzwanderung aufbrechen oder einfach auf einer der schönen bayerischen Hütten und Almen stundenlang die Sonne genießen. Ideal also auch für Familien mit Kindern, für Senioren und Spätaufsteher.“

Mein Versuch, das Cover nachzustellen ;)

Mein Versuch, das Cover nachzustellen 😉

Ich hatte mir das Buch „Entspannte Wandertouren in den Bayerischen Alpen“ besorgt, weil ein Urlaub in Füssen im Allgäu vor der Tür stand. So unsportlich wie meine bessere Hälfte und ich auch das ganze Jahr über sind, in den Alpen können wir uns die ein oder andere Bergtour einfach nicht verkneifen. Leider überschätze ich mich dabei oft, und lande dann völlig außer Puste auf den Wanderbänken (oder Baumstümpfen, Steinen, Wiesen… wenn der Kopf erst mal rot ist, ist man da nicht mehr so wählerisch…) , oder muss an zu steilen Aufstiegen alle 10 Schritte eine Atempause machen, während ältere Herrschaften uns lächelnd überholen…

von Schloss zu Schloss

von Schloss zu Schloss

Die farblichen Markierungen auf den Wegweisern sind da auch keine große Hilfe. Den gelb ist uns eigentlich zu langweilig, das kann ja jeder. Und rot… naja, rot ist eben nicht gleich rot. Klar haben wir feste Schuhe und auch sonst eine ganz gute Ausrüstung und Verpflegung dabei. Klar kann ich „normal rote“ Aufstiege meistern, auch ohne außer Puste zu kommen. Aber „dunkel rot“ ist eben dann doch zu steil. Leider gibt es keine Farbabstufungen, rot ist rot.

Ausblick auf dem Rückweg von der Marienbrücke zu Neuschwanstein

Ausblick auf dem Rückweg von der Marienbrücke zu Neuschwanstein

Egal ob für uns easy machbar (weil wir gar nicht das letzte Stück gehen, die Berghütte mit der Käseplatte liegt schließlich da vorne dran 😉 ). Oder mit ungesicherten, steilen Abhängen tief im Wald, bei denen mir immer das Herz aus der Wanderhose rutscht. Aber darüber können wir ein anderes Mal philosophieren, wenn ich euch von unserer anderen Wanderung an der Alpspitze erzähle, die aber nichts mit dem Buch zu tun hat…

Alleine die Bilder im Buch machen schon Fernweh...

Alleine die Bilder im Buch machen schon Fernweh…

Damit sagen will ich aber, das Wegweiser Quark sind. Und auf die Wanderkarten, die an manchen Parkplätzen stehen, ist auch kein Verlass. Wenn überhaupt etwas über die Schwierigkeit dransteht. Deswegen wollte ich ein Buch haben, das von vorneherein schon „entspannte Wandertouren“ verspricht. „Wandertipps für Faulpelze“ ist die Überschrift eines der Kapitel, und genau damit fühle ich mich doch angesprochen.

„Keine Tour dauert länger als zwei bis drei Stunden Gehzeit bergauf, keine Tour weist eine größere Höhendifferenz als 500 Meter im Anstieg auf!“

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Und so kamen wir zu zweit entspannt am großen Parkplatz unter den Königsschlössern an, beide von einer Wanderung am Anfang der Woche verschnupft und erkältet, aber motiviert. Schließlich stand auf dem Buch ja „entspannte Wandertouren“, das geht dann schon…

Naja, Pustekuchen. Wie das eben immer so ist. Aber nicht wegen dem Buch! Ich fühlte mich gut vorbereitet dank der Doppelseite im Buch, welche die „Einblicke und Ausblicke im König Ludwig Land“ Tour richtig gut beschreibt. 1 1/4 Stunde durch die Pöllatschlucht zur Marienbrücke, 1 1/2 Stunde zur Käseplatte… ähm, Berggasthaus, und dann 1 1/2 Stunde wieder zurück zum Parkplatz. „Gut gesicherter Steig“ und „breiter Wander-“ bzw. „Wirtschaftsweg“, easy! Die Beschreibungen im Buch machen Lust auf die „leichte Wanderung „, wie Simon Auer es nennt. Vor allem das Bild zur Pöllatschlucht hatte es mir angetan, ich mag Wasserfälle und Schluchten/Klamms. Und der Tipp für den faulen Wanderer ist auch super, denn vom Berggasthof fährt ein Schuttelbus, wenn man nicht mehr kann oder mag. Was sollte da schon schief gehen?

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Naja, zum einen hätte man sich vorher, wie im Buch beschrieben, auf der Webseite von Schwangau darüber informieren können, dass die Pöllatschlucht schon länger wegen Steinschlaggefahr gesperrt ist. Mist!

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Der nervöse Gesichtsausdruck ist den 5 wackeligen Holzbrettern zu schulden, die einen von einem 100m tiefen Fall in die Schlucht schützen sollen…

Zur Marienbrücke wollte ich dann trotzdem, und wir haben uns dank den Wegweisern einen Weg gesucht, der zwar gelb war, aber für zwei verstopfte Nasen dann doch super anstrengend (wie der rote Kopf auf den Bildern beweist).

Da sich dann auch noch der Himmel über uns zuzog und wir uns nicht noch schlimmer erkälten wollten, sind wir den Wirtschaftsweg an den Schlössern vorbei wieder zum Parkplatz gegangen, haben es also auch nicht zum Berggasthof geschafft. Echt schade, da ich euch einen tollen „Erfahrungsbericht“ mit Bildern erstellen wollte.

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Blick in die Pöllatschlucht von der Marienbrücke aus, 100m nach unten…

Das werde ich aber dann ein anderes Mal, in einem anderen Winkel vom Allgäu noch nachholen. Denn so ein tolles Buch lasse ich bestimmt nicht im Regal einstauben. Simon Auer erklärt die Touren sympathisch, mit schlauen Tipps und aus eigener Perspektive. Man merkt, dass er die Touren selbst gemacht hat. Dadurch hat man auch Vertrauen darin, dass eine Tour so schwer oder leicht ist, wie er sie beschreibt.

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Bis zur nächsten Bergtour, dann hoffentlich mit mehr Glück und besserer Gesundheit!

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Meine Bewertung: 5/5

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